Informationstag für Anlagenbetreiber, Planer und Berater, 28. April 2020 Leipzig

Neue Chancen für KWK-Anlagen durch flexiblen marktorientierten Betrieb im Wärme- und Stromnetz

PARADIGMENWECHSEL BEI KWK STEHT BEVOR

Den KWK-tangierten Unternehmen steht ein enormer Paradigmenwechsel bevor, verbunden mit großen Chancen für Betreiber sowie Anbieter von KWK-Anlagen und Dienstleistungen. Anlagen über 100 kW elektrisch werden künftig in der Regel nicht mehr für die Grundlast mit mehr als 5000 Betriebsstunden pro Jahr ausgelegt werden, sondern für 2000 bis 3000 Stunden. Die Anlagenleistung für Neu- und Bestandsanlagen (!) wird sich im betriebswirtschaftlichen Optimum mehr als verdoppeln, der KWK-Wärmeanteil deutlich erhöhen und ein Großteil des erzeugten Stroms wird – anders als in der Vergangenheit – auch bei Eigenerzeugern in Industrie, Gewerbe usw. in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Was Ist Geschehen?

Das KWKG 2017 hat für Anlagen mit mehr als 100 kW elektrischer Leistung die Wirtschaftlichkeitsparameter grundlegend verschoben. Denn bei solchen Anlagen wird in der Regel nur noch derjenige Strom mit einem Zuschlag gefördert, der in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird. Strommarktorientierte Einspeisung bringt höhere Erlöse. Dies hat eine selbst für Fachleute überraschend starke Veränderung für die wirtschaftlich optimale Auslegung zur Folge. Das Ausmaß dieser Veränderung wird erst mittels Optimierungssoftware vollständig ersichtlich. Dies gilt nicht nur für neue Standorte, sondern auch für bestehende Anlagen. Auch hier bietet sich in vielen Fällen mit dem neuen KWK-Gesetz eine außerordentliche Ertragsmöglichkeit auf der Stromseite, mit der die Kosten der Wärmeerzeugung deutlich gesenkt werden können. Voraussetzung ist, dass ein zusätzliches Potenzial zur Substitution von Wärme aus Kesselfeuerung durch Wärme aus KWK gegeben ist.

Hintergrund

Die Energiewende erfordert bekanntlich gewaltige Umstellungen in der gesamten Energieversorgung mit Strom, Wärme und Kälte. Damit verbunden sind große Herausforderungen, aber auch Chancen für Energiewirtschaft, Industrie, Gewerbe, Gesundheitswesen und Wohnungsbau. Das stetige Anwachsen der Strommengen aus den fluktuierenden erneuerbaren Energien Wind und Solar verändert die Struktur der Residuallastdeckung, welche unverzichtbar ist für die jederzeitige Versorgungssicherheit. Mit dem bereits beschlossenen Abschalten der Atomenergie bis 2022 und dem ebenfalls anstehenden, klimapolitisch notwendigen schrittweisen Abschalten auch der Kohlekraftwerke wird die Rolle der KWK aus Erdgas, Bioenergie und Abwärme immer wichtiger. Dies künftig nicht mehr nur wegen der hohen Energieeffizienz und der Einsparung an Treibhausgasemissionen, sondern zusätzlich wegen der kostengünstigen Speicherbarkeit der eingesetzten Energie in Verbindung mit einem flexiblen, an den Strombörsenpreisen ausgerichteten Anlagenbetrieb – also wegen des Beitrags der KWK für die Versorgungssicherheit beim Strom.

BOTSCHAFTEN

  • Keine Energiewende ohne Versorgungssicherheit und Sektorenkopplung mit KWK
  • Ca. 20 GW Atom- und Kohlekraftwerke müssen zur Residuallastdeckung
  • in den nächsten 10 Jahren durch gesicherte elektrische Leistung in KWK auf Basis Erdgas und Bioenergie ersetzt werden
  • Sachkundigen Anbietern von KWK-Anlagen, Komponenten und Dienstleistungen winkt ein 20-Milliarden-Geschäft
  • Das Geschäftsmodell funktioniert für Betreiber bereits heute durch das aktuelle KWKG + Direktvermarktung
  • Nahezu alle vorhandenen KWK-Standorte können auf Flexbetrieb umgestellt werden.
  • Bei bisher unvollständiger Deckung des Wärmebedarfs (= Normalfall) wird durch Flexibilisierung auch die Wärmeversorgung gesteigert.
  • Bei Bestandsanlagen ist meist mehr als eine Verdopplung der Kapazität durch eine zusätzliche KWK-Anlage wirtschaftlich möglich
  • Für neue KWK-Standorte ergeben sich im wirtschaftlichen Optimum wesentlich höhere Kapazitäten als nach herkömmlicher Grundlastauslegung
  • Auch bisherige Eigenerzeuger in Industrie, Gewerbe usw. liefern künftig flexible Kapazitäten ins Netz

Für Stromnetzbetreiber kommt es trotz Erhöhung der Einspeiseleistung zu einer Netzentlastung, weil Einspeisung i.d.R. antizyklisch zur Netzbelastung durch Wind- und Solarstrom erfolgt.

Was bietet der Infotag?

Die Veranstaltung informiert kompakt an einem Tag über Voraussetzungen und Chancen einer flexiblen Fahrweise von KWK-Anlagen und die erforderlichen Schritte. Dazu dienen Vorträge erfahrener Fachleute in Verbindung mit viel Zeit für Fragen und Diskussionen unmittelbar im Anschluss an die Vorträge. Zwischen den Fachbeiträgen besteht viel Zeit für Gespräche zwischen den Teilnehmern und mit den ausstellenden Firmen, die spezielle Anlagen und Dienstleistungen für den Flex-Betrieb von KWK-Anlagen anbieten. Letztere sind neben den Vorträgen und Diskussionen ein wesentliches Element der Informationsvermittlung.

Hinweis für Energieberater

Die Fortbildung wird für die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes mit:

  • 0 Unterrichtseinheiten (Wohngebäude)
  • 4 Unterrichtseinheiten (Energieberatung im Mittelstand)
  • 4 Unterrichtseinheiten (Nichtwohngebäude)

angerechnet. Der entsprechende Fortbildungscode lautet BAYNK.

Vorläufiges Programm*

Uhrzeit

Thema

8:30

Registrierung, Kaffeeempfang mit Imbiss

9:30

Begrüßung, Einführung und Moderation

9:45

Grußworte

10:00

Bedarf im Energiesystem der Zukunft

10:30

Rechtlicher Förderrahmen zur Flexibilisierung im KWKG

11:00

Pause mit Gesprächen in der Fachausstellung

11:30

Wirtschaftlichkeit einer flexiblen KWK-Anlage

12:00

1.Forum: Stromhandel: Mehrerlöse durch Direktvermarktung

12:30

Beispiel aus der Praxis: Betriebserfahrungen flexibler KWK-Anlagen

13:00

Pause mit Gesprächen in der Fachausstellung

14:00

2.Forum: Motorentechnik im Flexbetrieb

14:30

Beispiel aus der Praxis: Erhöhte Wärmedeckung trotz geringerer BHKW-Laufzeit

15:00

3.Forum: Speicher, Hydraulik und Wärmenutzung

15:30

Pause mit Gesprächen in der Fachausstellung

16:00

Wirtschaftlichkeit und Beispiele innovativer KWK

16:30

Abschlussdiskussion - Fragerunde

17:00

Ende der Veranstaltung

*vorläufiges Programm, Titel und Zeiten können sich bis zum offiziellen Anmeldungsbeginn der Veranstaltung noch ändern.

Tagungsort

im Hause der Stadtwerke Leipzig GmbH in Leipzig, genauer Tagungsort wird noch bekannt gegeben

Teilnahmegebühr

1) Unternehmen*

Regulärer Tarif 260 €

Tarif für Mitglieder von Kooperationspartnern, ideellen Partnern oder auf Einladung eines Sponsors

200 €

2) KWK-Anlagenbetreiber inkl. Contractoren

KWK-Betreiber** regulär 120 €

KWK-Betreiber** als Mitglieder ideeller Partner 80 €

3) Politik, Behörden und Wissenschaft

kostenlos

* die nicht zu 2. Kategorie zählen, z.B. Anbieter von KWK betreffenden Anlagen und Dienstleistungen wie BHKW, Komponenten,Planung, Beratung, Contracting, Wartung)

Anmeldeschluss ist der 23. April 2020

Veranstalter

Veranstalter: Flexperten

 

Sponsoren

2G-energy-GmbH.png
Aprovis.png
AVAT_Logo_Standard_4C_positiv.jpg
Danpower.jpg
EMD-Deutschland-Gbr.png
Emission-Partner-GmbH-Co.-KG.png
Leipziger-Stadtwerke-GmbH.png
logo_618_USE_MY_ENERGY_GmbH.jpg
VK-energie-GmbH.png

Ideelle Partner

Agentur-für-Erneuerbare-Energien.jpeg
ASEW-Arbeitsgemeinschaft-für-sparsame-Energie-und-Wasserverwendung-ASEW-im-Verband-kommunaler-Unternehmen-VKU.png
ASUE-Arbeitsgemeinschaft-f.-sparsamen-umweltfreundlichen-Energieverbrauch-e.V..jpg
B.KWK-Bundesverband-Kraft-Wärme-Kopplung-e.V..jpg
BHKW-Forum-e.V..png
logo-bund.jpg
Sächische-Energieagentur-GmbH.png
Verband-für-Wärmelieferung-e.V..jpg
VIK-Verband-der-Industriellen-Energie-und-Kraftwirtschaft-e.V..jpg

Medienpartner

Em_Logo.png

*bisher verbindlich zugesagte Unterstützer der Veranstaltung, Anzahl und Zusammensetzung der Institutionen kann sich bis zum Veranstaltungsbeginn noch verändern

Ansprechpartner für die Veranstaltung

Fragen gerne an:

Janis Matthes

Netzwerk Flexperten, meta-i.d. Ökologische Innovation GmbH

Am Wasserturm 3, 34128 Kassel

M: +49 157 736 325 25

E: jm@kwk-flexperten.net