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Vorankündigung: Info-Kampagne zur Flexibilisierung

Vorankündigung: Info-Kampagne zur Flexibilisierung

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Die Energiewende erfordert bekanntlich gewaltige Umstellungen in der gesamten Energieversorgung mit Strom, Wärme und Kälte. Damit verbunden sind große Herausforderungen, aber auch Chancen für Energiewirtschaft, Industrie, Gewerbe, Gesundheitswesen und Wohnungsbau. Das stetige Anwachsen der Strommengen aus den fluktuierenden erneuerbaren Energien Wind und Solar verändert die Struktur der Residuallastdeckung, welche unverzichtbar ist für die jederzeitige Versorgungssicherheit. Mit dem bereits beschlossenen Abschalten der Atomenergie bis 2022 und dem ebenfalls anstehenden, klimapolitisch notwendigen schrittweisen Abschalten auch der Kohlekraftwerke wird die Rolle der KWK aus Erdgas, Bioenergie und Abwärme immer wichtiger. Dies künftig nicht mehr nur wegen der hohen Energieeffizienz und der Einsparung an Treibhausgasemissionen, sondern zusätzlich wegen der kostengünstigen Speicherbarkeit der eingesetzten Energie in Verbindung mit einem flexiblen, an den Strombörsenpreisen ausgerichteten Anlagenbetrieb – also wegen des Beitrags der KWK für die Versorgungssicherheit beim Strom.

PARADIGMENWECHSEL BEI KWK STEHT BEVOR

Den KWK-tangierten Unternehmen steht ein enormer Paradigmenwechsel bevor, verbunden mit großen Chancen für Betreiber sowie Anbieter von KWK-Anlagen und Dienstleistungen. Anlagen über 100 kW elektrisch werden künftig in der Regel nicht mehr für die Grundlast mit mehr als 5000 Betriebsstunden pro Jahr ausgelegt werden, sondern für 2000 bis 3000 Stunden. Die Anlagenleistung für Neu- und Bestandsanlagen (!) wird sich im betriebswirtschaftlichen Optimum mehr als verdoppeln, der KWK-Wärmeanteil deutlich erhöhen und ein Großteil des erzeugten Stroms wird – anders als in der Vergangenheit – auch bei Eigenerzeugern in Industrie, Gewerbe usw. in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

WAS IST GESCHEHEN?

Das KWKG 2017 hat für Anlagen mit mehr als 100 kW elektrischer Leistung die Wirtschaftlichkeitsparameter grundlegend verschoben. Denn bei solchen Anlagen wird in der Regel nur noch derjenige Strom mit einem Zuschlag gefördert, der in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird. Strommarktorientierte Einspeisung bringt höhere Erlöse. Dies hat eine selbst für Fachleute überraschend starke Veränderung für die wirtschaftlich optimale Auslegung zur Folge. Das Ausmaß dieser Veränderung wird erst mittels Optimierungssoftware vollständig ersichtlich. Dies gilt nicht nur für neue Standorte, sondern auch für bestehende Anlagen. Auch hier bietet sich in vielen Fällen mit dem neuen KWK-Gesetz eine außerordentliche Ertragsmöglichkeit auf der Stromseite, mit der die Kosten der Wärmeerzeugung deutlich gesenkt werden können. Voraussetzung ist, dass ein zusätzliches Potenzial zur Substitution von Wärme aus Kesselfeuerung durch Wärme aus KWK gegeben ist.

 

Konzept

 

WAS BIETET DER INFOTAG?

Die Veranstaltung informiert kompakt an einem Tag über Voraussetzungen und Chancen einer flexiblen Fahrweise von KWK-Anlagen und die erforderlichen Schritte. Dazu dienen Vorträge erfahrener Fachleute in Verbindung mit viel Zeit für Fragen und Diskussionen unmittelbar im Anschluss an die Vorträge. Zwischen den Fachbeiträgen besteht viel Zeit für Gespräche zwischen den Teilnehmern und mit den ausstellenden Firmen, die spezielle Anlagen und Dienstleistungen für den Flex-Betrieb von KWK-Anlagen anbieten. Letztere sind neben den Vorträgen und Diskussionen ein wesentliches Element der Informationsvermittlung.

Die Veranstaltungsreihe ist als eine Gemeinschaftsaktion verschiedenster Institutionen und Unternehmen geplant, die sich mit der Rolle der KWK in der Energiewende beschäftigen und die Umstellung der KWK-Anlagen auf die bedarfsgerechte Stromerzeugung unterstützen. Nach der erfolgreichen Veranstaltungsreihe letztes Jahr von Oktober 2018 bis Juni 2019, ist die Fortführung der Informationskampagne ab November 2019 geplant.

Weitere Informationen zur letzten Veranstaltungsreihe von KWKkommt UG finden Sie hier.

ABLAUF

 

Uhrzeit

Thema

Art der Präsentation

8:30

Registrierung, Kaffeeempfang mit Imbiss

9:30

Begrüßung, Einführung und Moderation

9:45

Grußworte

Eröffnungsrede

10:00

Bedarf im Energiesystem der Zukunft

Einführungsvortrag

10:30

Rechtlicher Förderrahmen zur Flexibilisierung im KWKG

Fachvortrag

11:00

Pause mit Besichtigung der Fachausstellung

11:30

Wirtschaftlichkeit einer flexiblen KWK-Anlage

Fachvortrag

12:00

1.Forum: Stromhandel: Mehrerlöse durch Direktvermarktung

Experten der Branche beantworten Fragen aus dem Publikum

12:30

Beispiel aus der Praxis: Betriebserfahrungen flexibler KWK-Anlagen

Fachvortrag

13:00

Pause mit Besichtigung der Fachausstellung

13:30

2.Forum: Motorentechnik im Flexbetrieb

Experten der Branche beantworten Fragen aus dem Publikum

14:00

Beispiel aus der Praxis: Erhöhte Wärmedeckung trotz geringerer BHKW-Laufzeit

Fachvortrag

14:30

3.Forum: Speicher, Hydraulik und Wärmenutzung

Experten der Branche beantworten Fragen aus dem Publikum

15:00

Pause mit Besichtigung der Fachausstellung

15:30

Wirtschaftlichkeit und Beispiele innovativer KWK

Fachvortrag

16:00

Abschlussdiskussion - Fragerunde

Diskussionsrunde mit den Teilnehmern

16:30

Ende der Veranstaltung

 

 

BOTSCHAFTEN

 

  • Keine Energiewende ohne Versorgungssicherheit und Sektorenkopplung mit KWK
  • Ca. 20 GW Atom- und Kohlekraftwerke müssen zur Residuallastdeckung
  • in den nächsten 10 Jahren durch gesicherte elektrische Leistung in KWK auf Basis Erdgas und Bioenergie ersetzt werden
  • Sachkundigen Anbietern von KWK-Anlagen, Komponenten und Dienstleistungen winkt ein 20-Milliarden-Geschäft
  • Das Geschäftsmodell funktioniert für Betreiber bereits heute durch das aktuelle KWKG + Direktvermarktung
  • Nahezu alle vorhandenen KWK-Standorte können auf Flexbetrieb umgestellt werden.
  • Bei bisher unvollständiger Deckung des Wärmebedarfs (= Normalfall) wird durch Flexibilisierung auch die Wärmeversorgung gesteigert.
  • Bei Bestandsanlagen ist meist mehr als eine Verdopplung der Kapazität durch eine zusätzliche KWK-Anlage wirtschaftlich möglich
  • Für neue KWK-Standorte ergeben sich im wirtschaftlichen Optimum wesentlich höhere Kapazitäten als nach herkömmlicher Grundlastauslegung
  • Auch bisherige Eigenerzeuger in Industrie, Gewerbe usw. liefern künftig flexible Kapazitäten ins Netz
  • Für Stromnetzbetreiber kommt es trotz Erhöhung der Einspeiseleistung zu einer Netzentlastung, weil Einspeisung i.d.R. antizyklisch zur Netzbelastung durch Wind- und Solarstrom erfolgt

 

Geplante Termine und Orte

 

2019

  • 28. November 2019 – Kassel

2020

  • 14. Januar 2020 - Hamburg
  • 11. Februar 2020 – Nürnberg
  • 03. März - Ludwigshafen oder Kaiserslautern*
  • 26. März 2020 –Rostock*
  • 28. April 2020 – Leipzig*
  • 27. Mai 2020 – Duisburg*
  • 23. Juni 2020 – München*
  • 15. Oktober 2020 –Ulm*
  • 12. November 2020 – Osnabrück oder Bremen*
  • 10. Dezember 2020 – Erfurt oder Berlin*

 

Ansprechpartner für die Kampagne:

Fragen gerne an:

Janis Matthes